Palliativteam Hochtaunus

Palliativversorgung zu Hause, ambulant oder im Hospiz


Palliativteam Hochtaunus

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Projekt "Lebensrucksack"

Palliativteam Hochtaunus erfüllt Herzenswünsche

02.02.2018VON GABRIELE CALVO HENNING

Mit dem Projekt „Lebensrucksack“ erfüllt das Palliativteam Hochtaunus Herzenswünsche von schwerstkranken Menschen in ihrer letzten Lebensphase. Auch der Aufbau einer Gruppe, in der Kinder von unheilbar kranken Eltern psychotherapeutisch begleitet werden, steht auf der Wunschliste.

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Margarete Ruppert (l.) und Andrea Sandmann vom Palliativteam beim Packen eines Rucksacks. Sie sind überzeugt, dass jeder Mensch einen „Lebensrucksack“ mit sich schleppt, Schwerkranken wollen sie das Tragen dieses imaginären Rucksacks erleichtern.


Erna sucht Partner für ihr geliebtes Romméspiel. Sie ist 98 Jahre alt und schwer krank, unheilbar krank. Auch Inci ist auf der Suche. Ebenfalls schwer erkrankt, kann sie ihrer 14-jährigen Tochter nicht mehr bei den Hausaufgaben helfen. Deshalb wünscht sie sich jemanden, der die Kosten für den nötigen Nachhilfeunterricht übernehmen kann.

Erna und Inci sind zwei Schicksale, die auf der Homepage „lebensrucksack.de“ im Internet nachgelesen werden können. Dort veröffentlicht das Palliativteam Hochtaunus, das ambulant in Privathaushalten, Pflegeeinrichtungen und Hospizen schwerst- und unheilbar erkrankte Menschen pflegt und Krankheitssymptome professionell lindert, Herzenswünsche von Patienten, die nicht mehr lange zu leben haben. „Wir möchten damit Situationen für unsere Patienten schaffen, mit denen sich ihre Lebensqualität verbessert. Denn aus unserer langjährigen Erfahrung wissen wir, dass palliative Pflege in der letzten Lebensphase mehr ist als nur Medizin“, erklärt die ärztliche Leiterin beim Palliativteam, Margarete Ruppert, die den „Lebensrucksack“ mitinitiiert hat. „Wir tragen alle einen ,Lebensrucksack‘ mit uns. Der ist mal leichter und mal schwerer. Für unsere Patienten versuchen wir, ihm etwas vom Schwerem zu nehmen, indem wir für sie wichtige Wünsche erfüllen.“

Besuch im Stadion

Nach diesen Herzensanliegen zu fragen und die dann möglichst auch zu erfüllen, das hat das Palliativteam Hochtaunus, das es seit Sommer 2013 gibt, von Anfang an getan, berichtet die Palliativ-Care-Fachkraft Andrea Sandmann und erinnert sich an eine junge Mutter, die mit Anfang 40 schwer an Krebs erkrankt war. Mit einem Reisegutschein eines bekannten Reiseveranstalters konnte sie noch einmal nach Dänemark reisen, wo sie früher oft Urlaub gemacht hatte. Sogar ein Konzert der Shanty-Rocker Santiano in Friedberg hat die schwerkranke Frau noch geschafft. „Den Wunsch nach Gesundheit können wir leider nicht erfüllen“, sagt Sandmann. „Aber wir können den Menschen wertvolle Glücksmomente schenken.“

So wie dem Fußballfan, für den Palliativkrankenpfleger Michael Nierula den Besuch eines Heimspiels der Frankfurter Eintracht organisiert hat. „Weil die Eintracht an diesem Tag netterweise auch noch gewonnen hat, hat er sich sogar noch ein Trikot gekauft. Das hat er dann seinem Sohn hinterlassen“, erzählt Nierula. Er weiß, dass es für die Patienten ganz wichtig ist, zu solchen Veranstaltungen möglichst „normal, das heißt auf ihren eignen Füßen zu gehen und nicht im Rollstuhl“.

Unterstützer gesucht

Das Palliativteam Hochtaunus freut sich über jede Unterstützung, die hilft, die Herzenswünsche zu erfüllen. Das Verfahren ist denkbar leicht: Über die Homepage www.lebensrucksack.de

Damit kommt der Faktor Zeit ins Spiel. Der ist beim Wunscherfüllen extrem wichtig, denn Zeit ist genau das, was diese Menschen nicht mehr haben. Ihr Zustand kann sich jederzeit dramatisch verschlechtern. „Wir hoffen deshalb, dass, wenn mehr Menschen, Firmen oder Organisationen auf unseren „Lebensrucksack“ aufmerksam werden, wir die Wünsche schneller erfüllen können“, betont die Palliativärztin Margarete Ruppert. Dafür ist auf der Homepage „lebensrucksack.de“ demnächst auch ein Verzeichnis geplant, auf der sich die Wunscherfüller, wenn sie es möchten, aufnehmen lassen können.

Begleitung von Kindern

Und vielleicht wird dann ein Wunsch Wirklichkeit, der dem Palliativteam auch am Herzen liegt. Dabei geht es um die psychotherapeutische Begleitung von Kindern, deren Mütter, Väter oder Großeltern unheilbar erkrankt sind. Ziel ist es, bis zum Sommer beim Palliativteam eine eigene Gruppe aufzubauen, in der die Kinder aus dem Hochtaunuskreis in dieser schwierigen Lebensphase, die geprägt ist von Ängsten, Verlust, Verzweiflung und Trauer, professionell begleitet werden.

„Es ist so leicht, Gutes zu tun. Bitte helfen Sie uns das Schicksal schwer erkrankter Menschen zu lindern, indem wir ihnen gemeinsam einen lang gehegten Lebenstraum erfüllen“, ist auf der eingerichteten Internetseite zu lesen. Mit dem ,Lebensrucksack‘ gibt es jetzt eine gute Möglichkeit, einfach und unbürokratisch für ein wenig Erleichterung und glückliche Momente zu sorgen.

Artikel erschienen in “Taunus-Zeitung” vom 02.02.18

Der Lebensrucksack

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Jeder von uns hat sein Päckchen zu tragen. Wir möchten unseren Patienten gern einen letzten Wunsch erfüllen. Es handelt sich hier um ganz persönliche Wünsche, ein Urlaub, Besuch von Verwandten, Nachhilfe für die Tochter oder auch der Besuch eines Konzertes oder ähnliches. Möchten Sie diese letzten Wünsche unterstützen? Wir würden uns sehr darüber freuen. Auf der Seite

www.lebensrucksack.de

können Sie sich einen Wunsch aussuchen, den Sie erfüllen möchten. Ohne Verwaltungsaufwand kommt ihre Spende direkt an und erfüllt einen großen Wunsch! Wir würden uns sehr für unsere Patienten und deren Familien freuen, wenn Sie uns dabei helfen können, die letzten Wünsche zu erfüllen!

Die Hospizgemeinschaft Arche Noah lädt Sie ein: Letzte Hilfe – am Ende wissen, wie es geht…

Sterben ist ein Prozess voller Dynamik, so einzigartig wie das Leben.

Jeder Mensch erlebt diesen Prozess auf seine eigene, einzigartige Weise. Die Mehrzahl der Bevölkerung wünscht sich, zu Hause zu sterben. Trotzdem wird das Thema in unserer Gesellschaft ausgeklammert, so dass tatsächlich über 90% ihr Leben in Institutionen beenden.

Sterbende Menschen rufen in ihrer Umgebung oft Berührungsängste hervor, da sich viele mit der Bewältigung der Situation überfordert fühlen. Sie wissen nicht, was sie für Sterbende tun und wie sie sich ihnen zuwenden können.

Dazu möchte der „Letzte Hilfe Kurs“ Informationen und Anstöße geben. Er beinhaltet folgende Themen:

- Sterben ist ein Teil des Lebens

- Vorsorgen und Entscheiden

- Körperliche, psychische und soziale Nöte lindern

- Abschied nehmen

Der Kurs ist für jeden geeignet. Er wird von Bettina Ruß und Diana Milke, Palliativ Care Fachkräfte und Krankenschwestern der Hospizgemeinschaft Arche Noah, angeboten und durchgeführt.

Für 2018 sind folgende Termine in der Geschäftsstelle der Arche Noah, Herzog-Adolph-Str. 2, 61462 Königstein geplant:

Donnerstag, 22. Februar 2018 17 – 21 Uhr

Samstag, 26. Mai 2018 10 – 14 Uhr

Donnerstag, 30. August 2018 17 – 21 Uhr

Samstag, 17. November 2018 10 – 14 Uhr

Der Kurs ist kostenlos. Um Anmeldung wird gebeten unter:

www.hospizgemeinschaft-arche-noah.de


Artikel der Ärztezeitung vom 17.10.17:

"Unvollendetes Projekt - Bei der Palliativversorgung ist der Gesetzgeber weiter gefordert"

https://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/...